inter­GOLD

GESCHICHTE DES GOLDES

 

Es ist schwer nach­zu­wei­sen, wann das Gold vom Men­schen ent­deckt wur­de. Die ältes­ten datier­ten Fun­de gehen zurück auf das Jahr 5000 vor Chris­tus. Dank der Unver­gäng­lich­keit des Gol­des haben wir Zeug­nis­se der Kul­tur der Sume­rer (ab 2800 vor Chris­tus), deren Stadt­staa­ten in Meso­po­ta­mi­en, dem heu­ti­gen Irak, lagen.

DAS ALTE ÄGYPTEN
UND DAS GOLD

Die alt­ägyp­ti­schen Pha­rao­nen hiel­ten sich für Abkömm­lin­ge des Him­mels­got­tes Horus und dem­entspre­chend über­häuf­ten sie sich und ihre Umge­bung mit Gold. Im alten Ägyp­ten, wo Sil­ber viel sel­te­ner war und teu­er impor­tiert wer­den muss­te, erhielt das Gold eine wich­ti­ge Rol­le im Mythos und Glau­ben. Nicht der Wert, son­dern die Schön­heit und Sym­bo­lik mach­ten Gold zum Kenn­zei­chen der Köni­ge und Göt­ter. Alle Opfer- und Schmuck­ge­gen­stän­de, die Köni­ge und Pries­ter benö­tig­ten, waren aus Gold. Im 15. Jahr­hun­dert vor Chris­tus erober­te Pha­rao Thut­mo­sis III. Baby­lon in einem gol­de­nen Streit­wa­gen. Er brach­te eine Men­ge Gold nach Ägyp­ten, das ste­tig durch die För­de­rung aus den Mie­nen in Nubi­en (dem heu­ti­gen Sudan) und der ara­bi­schen Halb­in­sel ergänzt wur­de. Die Ägyp­ter unter­hiel­ten einen pro­fes­sio­nel­len Berg­bau, in dem Tau­sen­de Skla­ven unter erbärm­li­chen Bedin­gun­gen arbei­te­ten. Gold war ein Sym­bol von Macht, Pres­ti­ge und Unsterb­lich­keit.

DIE SCHÄTZE
DER ALTEN GRÄBER

1870 hat Hein­rich Schlie­mann (1822–1890) den legen­dä­ren Schatz von Tro­ja frei­ge­legt. Die Fund­stät­te barg an die 9000 gol­de­ne und sil­ber­ne Gegen­stän­de. Schlie­mann ver­mu­te­te, dass die Bewoh­ner von Tro­ja den Schatz vor Plün­de­run­gen durch die Grie­chen geschützt und ver­gra­ben hat­ten.
Am 4. Novem­ber 1922 ent­deck­te der bri­ti­sche Archäo­lo­ge Howard Car­ter (1873–1939) einen der größ­ten Schät­ze der Welt­ge­schich­te: das Grab des Tutan­cha­mun, der im 14. Jahr­hun­dert vor Chris­tus gelebt hat­te. Die Archäo­lo­gen fan­den die Mumie des Pha­ra­os von drei Sär­gen umge­ben, wobei der inne­re aus mas­si­vem Gold bestand und über 180 Kilo­gramm wog. In der Grab­kam­mer befan­den sich unter ande­rem noch ein Streit­wa­gen aus wei­ßem Gold, gol­de­ne Ruhe­bet­ten, Tutan­cha­muns Thron­ses­sel und zahl­rei­che Sta­tu­en.

GELD UND
GOLD IM ALTERTUM

Bereits 550 vor Chris­tus hat wohl der legen­dä­re Herr­scher Krö­sus in Lydi­en (an der Mit­tel­meer­küs­te Klein­asi­ens in der heu­ti­gen Tür­kei gele­gen) die ers­ten Mün­zen aus Gold und Sil­ber prä­gen las­sen. Es gibt jedoch Wis­sen­schaft­ler, die anneh­men, dass in ande­ren Tei­len der Welt und in Chi­na bereits viel frü­her Mün­zen benutzt wor­den sind. Da im Chi­ne­si­schen das Wort für “Gold” und ande­re Metal­le gleich ist, kann man über die Beschaf­fen­heit der Mün­zen nichts sagen. Die Ägyp­ter trie­ben Han­del mit Rin­gen und Edel­me­tall­bar­ren, den so genann­ten “Talen­ten”. Ein Talent wog etwa 8,5 Gramm. Athen wur­de durch den Abbau von Sil­ber reich. Dank der Sil­ber­vor­kom­men im Lau­r­i­on-Gebir­ge konn­ten die Athe­ner eine ein­heit­li­che Wäh­rung — die Drach­me — schaf­fen. Die Eule auf der Mün­ze garan­tier­te von Staats wegen das Gewicht und den Metall­ge­halt der Mün­ze.

DIE ALCHIMIE
UND DAS GOLD

Die ety­mo­lo­gi­sche Wur­zel des Wor­tes “Alchi­mie” liegt im ara­bi­schen “Al-Kimi­ya”, was soviel wie “Die Kunst der Ägyp­ter” bedeu­tet. Aus dem alten Ägyp­ten gelang­te sie über Spa­ni­en nach Euro­pa. Es ist eine alte che­mi­sche und natur­phi­lo­so­phi­sche Leh­re, die mit Stof­fen und Ele­men­ten expe­ri­men­tier­te. Prak­ti­ziert wur­de sie bereits im Alter­tum, erfuhr ihre Blü­te im Mit­tel­al­ter und wur­de in der Neu­zeit schritt­wei­se von der moder­nen Che­mie abge­löst. Die natur­phi­lo­so­phi­sche Leh­re von Aris­to­te­les (384–322 vor Chris­tus) gab Grund zu der Annah­me, dass das Gold im Innern des Erd­rei­ches aus ande­ren Metal­len gebil­det wird. Der Mensch woll­te die­sen Pro­zess in einem Labor nach­ah­men und Gold künst­lich her­stel­len. Köni­ge und Päps­te haben Alchi­mis­ten ein­ge­stellt, um sich wirt­schaft­li­che Vor­tei­le zu ver­schaf­fen. Zudem woll­ten sie den “Stein der Wei­sen” fin­den, wenn es ihnen gelän­ge ein uned­les Metall in Gold zu “trans­for­mie­ren” oder ein “Lebens­eli­xier” zu brau­en. Vie­le Fürs­ten im Mit­tel­al­ter lit­ten an Gold­man­gel, des­halb unter­stütz­ten sie die Alchi­mis­ten oder sie jag­ten sie. Johann Fried­rich Bött­ger (1682–1719) wur­de vom Kur­fürs­ten Fried­rich August von Sach­sen (“August der Star­ke”) gefan­gen genom­men und gezwun­gen, Gold zu erzeu­gen. 1708 gelang es ihm dabei durch Zufall das Por­zel­lan zu erfin­den, das spä­ter das “wei­ße Gold” genannt wur­de. Der Fürst war zufrie­den und begann in Mei­ßen mit der Pro­duk­ti­on. Bött­ger starb ver­armt eini­ge Jah­re spä­ter. Die moder­ne Che­mie ver­dankt der Alchi­mie vie­le Ver­fah­ren, wie das Destil­lie­ren und Fil­trie­ren, und Ver­bin­dun­gen wie zum Bei­spiel Ammo­ni­ak, Äther oder Phos­phor. Es ist den Alchi­mis­ten jedoch nie gelun­gen, Gold künst­lich her­zu­stel­len.

DAS
RÖMISCHE IMPERIUM

Rom benö­tig­te enorm viel Gold um das rie­si­ge und ste­tig wach­sen­de Welt­reich unter­hal­ten zu kön­nen. Inner­halb weni­ger Jahr­hun­der­te gelang es den Römern alle ergie­bi­gen Edel­me­tall­vor­kom­men von Spa­ni­en über Bri­tan­ni­en und Daki­en (Rumä­ni­en) bis Klein­asi­en zu kon­trol­lie­ren. Aber nicht nur dem Impe­ri­um brach­te das Gold Vor­tei­le, auch ein­zel­ne Per­so­nen konn­ten davon pro­fi­tie­ren. Gai­us Juli­us Cae­sar (100–44 vor Chris­tus) war zum Bei­spiel hoch ver­schul­det, als er im Jah­re 61 vor Chris­tus als Statt­hal­ter nach Spa­ni­en ging. Es war ein ein­träg­li­ches Geschäft, denn in nur einem Jahr schaff­te er es sei­ne Schul­den zu bezah­len und ein Bünd­nis mit sei­nen Gegen­spie­lern Cras­sus und Pom­pei­us ein­zu­ge­hen, das unter dem Namen “Tri­um­vi­rat” (Drei­män­ner­herr­schaft) in die Geschich­te ein­ging und in den nächs­ten Jah­ren Rom regier­te. Durch Erobe­rungs­krie­ge brach­ten die römi­schen Feld­her­ren das Edel­me­tall in das Reich. Cäsar war in die­sem Punkt sehr erfolg­reich. Er ver­teil­te die Beu­te unter das Volk, das ihn sehr schätz­te und auch nicht rebel­lier­te, als er sich zum Dik­ta­tor ernen­nen ließ. Luxus und Deka­denz beherrsch­ten Rom in den fol­gen­den Jahr­hun­der­ten, doch außer Gold besaß das Welt­reich kaum eige­ne Güter. Die Herr­scher ver­nach­läs­sig­ten die Moder­ni­sie­rung der Minen. Die Edel­me­tall­vor­rä­te gin­gen zur Nei­ge und es wur­de immer schwie­ri­ger, das Reich zu unter­hal­ten. Mit der schwin­den­den wirt­schaft­li­chen Kraft ver­schwand auch zuneh­mend die mili­tä­ri­sche Stär­ke bis das Römi­sche Reich im 4. Jahr­hun­dert nach Chris­tus lang­sam zer­fiel.

GOLD UND DER KAMPF
UM DIE WELTHERRSCHAFT

Im 4. Jahr­hun­dert vor Chris­tus streb­te Alex­an­der der Gro­ße (356–323 vor Chris­tus) die Erobe­rung wei­ter Gebie­te der damals bekann­ten Welt an. Um Krie­ge zu füh­ren brauch­te er Gold und das hat­te ihm bereits sein Vater Phil­lip II. von Make­do­ni­en in Form von Gold­mi­nen ver­erbt. Alex­an­der muss­te jedoch sei­ne Macht durch die Erobe­rung ande­rer rei­cher Staa­ten stüt­zen. Er besetz­te die rei­chen Län­de­rei­en des Nahen Ostens: Per­si­en (Iran) und Bak­tri­en (heu­te Afgha­ni­stan), dann Ägyp­ten. Nach­dem er die per­si­schen Reichs­schät­ze erobert hat­te, streb­te er immer wei­ter gen Osten. Er brach­te unge­heu­re Reich­tü­mer nach Hau­se und ver­teil­te sie groß­zü­gig an das Volk. Dadurch wur­de die Wirt­schaft ange­kur­belt. Er starb mit nur 33 Jah­ren, doch die Aus­wir­kun­gen sei­nes Han­delns über­dau­er­ten ihn für lan­ge Zeit.

Kolum­bus und
die spa­ni­schen Erobe­rer

Als Chris­toph Kolum­bus (1451–1506), der Mann aus Genua, 1492 zu sei­ner ers­ten Rei­se über den Atlan­tik auf­brach, träum­te er neben dem Beweis einer direk­ten See­rou­te nach Asi­en auch von Gold und Ehren­ti­teln, wie zum Bei­spiel “Admi­ral des Oze­ans” und Vize­kö­nig der von ihm ent­deck­ten Gebie­te. Ins­ge­samt brach er vier Mal zu Kreuz­fahr­ten auf, um Gold und exo­ti­sche Waren ins spa­ni­sche König­reich zu brin­gen. Das Königs­paar Isa­bel­la und Fer­di­nand von Spa­ni­en finan­zier­te mal wil­lig, mal unwil­lig die­se Rei­sen. Kolum­bus und sei­ne Besat­zung erober­ten und unter­war­fen Inseln wie Puer­to Rico, Kuba und Jamai­ka. Ihnen folg­ten in den nächs­ten Jahr­zehn­ten erbar­mungs­lo­se und gie­ri­ge Erobe­rer, deren Namen sich blu­tig in die Geschich­te ein­ge­schrie­ben haben: Hernán Cor­téz (1485 ‑1547) und Fran­cis­co Pizar­ro (1478–1541). Sie dezi­mier­ten die india­ni­sche Bevöl­ke­rung der Azte­ken, der Maya und der Inka. Sie raub­ten und zer­stör­ten ihre Kul­tur und ermor­de­ten ihre Häupt­lin­ge, immer auf der Suche nach Gold und Reich­tum. Doch kei­ner die­ser Erobe­rer ist ver­mö­gend und glück­lich gewor­den. Spa­ni­en wur­de durch die Beu­te­zü­ge zur reichs­ten Nati­on des 16. Jahr­hun­derts. Die Kon­quis­ta­do­ren haben dabei eine Spur der Ver­wüs­tung von Mexi­ko bis Peru hin­ter­las­sen.

Die Neue
Welt und das Gold

Als die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka 1776 ihre Unab­hän­gig­keit von der bri­ti­schen Kro­ne erklär­ten, besaß der jun­ge Staat kei­ne eige­nen Gold- und Sil­ber­vor­rä­te. Das her­aus­ge­ge­be­ne Papier­geld hat­te kei­ne Deckung und führ­te zur Infla­ti­on. Die ein­zi­gen bedeu­ten­den Gold­vor­kom­men wur­den in North Caro­li­na ent­deckt. DieU­SA been­de­ten 1848 ihre Kämp­fe mit Mexi­ko, indem sie 15 Mil­lio­nen Dol­lar für ein gro­ßes Gebiet (von Texas bis Kali­for­ni­en) bezahl­ten. Nie­mand wuss­te zu die­sem Zeit­punkt, dass in Kali­for­ni­en Tage zuvor in der Nähe einer Säge­müh­le Gold gefun­den wor­den war. Die Ent­de­ckung führ­te zum ers­ten und größ­ten Gold­rausch in der Geschich­te der USA. Hun­dert­tau­sen­de Men­schen zog es mit dem Schiff oder über Land nach Kali­for­ni­en. Im Jahr­zehnt nach der Ent­de­ckung wur­de in Kali­for­ni­en Gold im Wert von über einer hal­ben Mil­li­ar­de Dol­lar gefun­den — fast das 35fache des Betrags, den die USA für die Gebie­te an Mexi­ko gezahlt hat­te. Wegen der hohen Gold­vor­kom­men und der zuneh­men­den Besied­lung wur­de Kali­for­ni­en bereits 1850 zum 31. Bun­des­staat der USA erklärt. In den 60er und 70er Jah­ren des 19. Jahr­hun­derts fand der nächs­te Gold­rausch am South Plat­te River in Colo­ra­do statt. Auch hier führ­ten das Gold­vor­kom­men und die stei­gen­de Bevöl­ke­rungs­zahl schnell zur Erklä­rung Colo­ra­dos zum Bun­des­staat. Der letz­te gro­ße Gold­rausch in der Geschich­te der USA fand am Klon­di­ke River in Alas­ka statt. Nen­nens­wer­te Gold­fun­de beschränk­ten sich zwar auf die Jah­re 1896–1898, doch der Gold­rausch am Klon­di­ke River fand in vie­len Wer­ken der Lite­ra­tur und Film­ge­schich­te Ein­zug und wur­de dadurch zum bekann­tes­ten. Heu­te lagern die US-Gold­re­ser­ven im Mili­tär­stüz­punkt Fort Knox im Bun­des­staat Ken­tu­cky. Rund 500 Eisen­bahn­wag­gons waren seit 1936 nötig, um nach und nach sämt­li­che Gold­bar­ren des Lan­des dort­hin zu ver­frach­ten. Fort Knox gilt seit­dem als das am bes­ten bewach­te Gebäu­de der Welt, ein Dieb­stahl des Gol­des ist sowohl wegen der hohe
Quel­le: Pla­net Erde, 2014

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